Leseprobe

Posted on 20. August 1999 by Ratgeber in Bücher

aus Kapitel 4: „Die Station: die neue Heimat“

Sondieren Sie das neue Terrain

Die Station ist für die kommenden Tage oder gar Wochen Ihre neue Heimat. Schauen Sie sich sorgsam um und orientieren Sie sich: Wo befinden sich beispielsweise das Schwesternzimmer, der Aufenthaltsraum, der Kiosk? Wo ist der Notausgang oder der nächstgelegene Feuerlöscher? Wer hat auf Ihrer Station das Sagen, und wo können Sie ihn erreichen?

Ein bisschen „Schöner Wohnen“

Wenn diese Fragen geklärt sind, können Sie damit beginnen, ein wenig Wohnlichkeit in die meist karge Krankenhausatmosphäre zu bringen. Denn ob Sie schnell wieder gesund werden, hängt nicht nur von der kommenden Therapie ab, sondern auch davon, ob Sie sich wohlfühlen.

Einzel- oder Mehrbettzimmer?

Manchmal knapp: Einzelzimmer

Einzelzimmer und Mehrbettzimmer haben jeweils Vor- und Nachteile. Im Einzelzimmer können Sie sich relativ ungestört erholen. Sie müssen sich nicht mit redseligen oder anderweitig penetranten Zimmergenossen herumärgern, haben nachts keine fremde Schnarch-Geräuschkulisse, können Ihr Fernsehprogramm selbst bestimmen und wenigstens einen Hauch von Privatsphäre wahren. Außerdem brauchen Sie keine Angst zu haben, sich bei Ihrem Bettnachbarn oder dessen Besuch mit irgendeiner Krankheit anzustecken.

Bunteres Liegen mit Bettnachbarn

Bei einem längeren Krankenhausaufenthalt kann es dagegen von Vorteil sein, in einem Zwei- oder Mehrbettzimmer zu liegen, denn für einen Patienten färbt sich der Klinikalltag sehr schnell grau. Ein sympathischer Bettnachbar, mit dem man sich unterhalten kann, ist dann sicher von Vorteil. Und falls Sie einmal das Bewusstsein verlieren oder bei einem Zwischenfall aus anderen Gründen das Personal nicht verständigen können, wird er für Sie Alarm schlagen.

Geschmacks- und Geldfrage

Wofür Sie sich entscheiden, liegt ganz bei Ihnen – und bei Ihrer Versicherung, denn wenn Sie kein Privatpatient sind oder eine Zusatzversicherung haben, haben Sie grundsätzlich keinen Anspruch auf ein Einzelzimmer. Und selbst als Privatpatient kann es Ihnen passieren, dass einfach kein Einzelzimmer vorhanden oder frei ist. Doch wenn Sie das Pflegepersonal freundlich bitten und ein wenig Überredungskunst zeigen, hilft man Ihnen sicher gerne, wenn es möglich ist.

Wohnen im Krankenzimmer

Nicht drin: Marmor und Teppichboden

Eines ist sicher: Eine Nacht im Krankenhaus kostet zwar in etwa so viel wie im Luxus-Hotel, aber für das Geld gibt es nicht in erster Linie Komfort. Das soll und kann auch gar nicht sein, denn aus verständlichen Gründen muss die Ausstattung in einer Klinik möglichst funktionell und leicht zu reinigen sein. Dennoch rechtfertigt dieses Argument nicht die arg spärliche und lieblose Zimmerausstattung, die man bisweilen vorfindet. Dabei ist eine angenehme Atmosphäre gerade im Krankenhaus wichtig: Wenn Sie sich wohlfühlen, erholen Sie sich auch besser.

Do-it-yourself im Krankenzimmer

Wenn Sie also Ihr Krankenzimmer als zu trist und eintönig empfinden, nehmen Sie die Sache ruhig selbst in die Hand:

• Hängen Sie eigene Bilder oder Poster an die Wand. Benutzen Sie dabei vorhandene Haken oder ablösbare Klebestreifen. Vorher sollten Sie allerdings das Personal um Erlaubnis bitten und Ihren Zimmerkameraden fragen, ob er einverstanden ist.

• Verschönern sie ihren Nachttisch mit persönlichen Sachen, z. B. Fotos von ihren Kindern, Ehepartner, Verwandten oder Freunden.

• Aus hygienischen Gründen sind Topfpflanzen in allen, Blumensträuße in manchen Bereichen des Krankenhauses tabu. Aber gegen künstliche Blumen hat garantiert niemand etwas einzuwenden.

• Bitten Sie darum, dass die Vorhänge oder Jalousien geöffnet werden, sobald es draußen hell ist. Ein wenig Sonnenlicht hebt nicht nur die Stimmung, sondern schafft auch eine angenehmere Atmosphäre als künstliche Beleuchtung.

• Wenn Sie keine Nachttischlampe an Ihrem Bett haben, fragen Sie, ob Sie eine bekommen können. Der Schein einer Glühlampe ist gemütlicher als die Leuchtstoffröhren an der Decke.

• Wenn Sie auf dem Krankenhauskopfkissen nicht schlafen können, bringen Sie ruhig ein eigenes Kissen mit. Aber bedenken Sie, dass es beim Wechseln der Bettwäsche durchaus auf Nimmerwiedersehen verschwinden kann.

Es kann vorkommen, dass das Krankenhauspersonal auf Ihre Vorsorgemaßnahmen leicht irritiert oder sogar verärgert reagiert. Lassen Sie sich davon aber nicht beirren: Ihre aktive Mitarbeit bewirkt, dass das Personal auf Sie aufmerksam wird und sich dementsprechend konzentriert, um Fehler zu vermeiden. Und genau das ist Ihr Ziel. Auch hier gilt: der Ton macht die Musik! Seien sie immer freundlich zu dem Personal und den Ärzten, denn dann können sie auch erwarten, dass man freundlich zu ihnen ist.

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